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Ratgeber Hintergrundinformationen Kaufhausdetektiv-ausbildung

Kaufhausdetektiv werden: Ausbildung und Berufsbild


Eine Ausbildung zum Kaufhausdetektiv unterscheidet sich stark von jener zum Detektiv. Im Folgenden finden Sie notwendige Voraussetzungen, Informationen zum Berufsbild und vieles mehr.

Gerade in größeren Kaufhäusern, in denen nicht nur die Kunden, sondern auch die Angestellten oft den Überblick verlieren, ist der Bedarf an Kaufhausdetektiven hoch. Dieser ist für die Diebstahlprävention und für das Aufspüren von Dieben zuständig.

Wer Kaufhausdetektiv werden möchte, sollte sich den Voraussetzungen bewusst sein. Diese lassen sich in unterschiedliche Bereiche unterteilen.

Rechtliche Voraussetzungen
  • Für einen Kaufhausdetektiv reicht eine Gewerbeanmeldung nach § 14 GewO, die für Privatdetektive Gültigkeit hat, nicht aus. Es ist eine Gewerbeerlaubnis nach § 34 GewO erforderlich, welche auch eine strengere Prüfung mit sich bringt.
  • Zudem ist ein Lehrgang bei der der IHK mit Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe notwendig, mehr dazu im unteren Teil des Beitrages.
Eigenschaften & Wissen
  • Eine gute Beobachtungsgabe ermöglicht es dem Kaufhausdetektiv, einen Ladendieb schon vor seiner Handlung zu erkennen und aufgrund seines Verhaltens aus der Masse herauszufiltern.
  • Kenntnisse über die Funktionsweise von technische Hilfsmittel: Videokameras, Diebstahlsicherung bei Produkten etc.
  • Wichtig ist auch ein sicherer Umgang mit Menschen, auch wenn diese emotional erregt sind. Körperliche Fitness ist wichtig, um auf mögliche Auseinadersetzungen vorbereitet zu sein.
  • Die Kenntnis der Landessprache in Wort und Schrift sowie über rechtliche Rahmenbedingungen runden das Anforderungsprofil ab.

Hier finden Sie typische Aufgabengebiete eines Kaufhausdetektivs:

  • Überwachung der Verkaufsräume am Monitor, zu Fuß
  • Einsatzbereitschaft bei Alarm, ausgelöst durch eine Kontrollschranke o.ä. (falls es kein zusätzliches Sicherheitsperson gibt)
  • Bearbeitung der Strafanzeigen, die im Falle eines Diebstahls entstehen
  • Ansprechpartner für Überwachungs- und Sicherheitstechnik
  • Erstellung von Analysen und Schulungen, die der zukünftigen Verhinderung von Diebstählen dienen

Da es bei der Tätigkeit als Kaufhausdetektiv zu Auseinandersetzungen mit Dieben kommen kann, sind bestimmte Zusatzversicherungen sinnvoll:

  • Das Unternehmen, bei dem der Kaufhausdetektiv angestellt ist, muss eine Bewachungshaftpflichtversicherung abgeschlossen haben, die sich von einer normalen Haftpflichtversicherung in der Höhe der Versicherungssummen wesentlich unterscheidet.
  • Zudem ist eine Spezialstrafrechtsschutzversicherung von Nöten, die auch Straftaten einschließt, die (augenscheinlich) vorsätzlich begangen wurden. Oft kommt es zur Anzeige von Kaufhausdetektiven, weil die ertappten Diebe sie – meist aus Rache – der Nötigung oder Freiheitsberaubung bezichtigen. Falls es zu einer Hauptverhandlung kommt, sind die oft hohen Kosten für den Rechtsbeistand zu begleichen, durch die Spezialversicherung ist zumindest ein Teil abgedeckt.
Abgrenzung zum Detektiv-Beruf

Im Gegensatz zum Privatdetektiv, dessen Berufsbild sich schon in den zuständigen Paragraphen der Gewerbeordnung von dem des Kaufhausdetektivs unterscheidet, ist dieser lediglich damit beauftragt und dazu befugt in den Räumen des Kaufhauses zu agieren. Dort kann er aber von mehr Rechten Gebrauch machen (bspw. Dieb festhalten) als ein Detektiv. Die Kunden und Mitarbeiter werden somit hauptsächlich in Sachen Waren- und Geldaustausch überwacht.

Dies unterscheidet sich grundlegend von den Ermittlungspraktiken eines Privatdetektivs, dessen Aufgabe es ist, zu observieren, zu ermitteln und Informationen auszuwerten – dies alles, um Beweise für eine Straftat oder andere vermutete Sachverhalte zu sammeln. Diese Ermittlungen reichen ggf. auch in die privaten Bereiche der überwachten Personen hinein.

Ein Privatdetektiv darf also grob betrachtet alles, was nicht verboten ist – der Kaufhausdetektiv darf alles, wozu er die Befugnis erlangt hat.

Der Berufsweg eines Privatdetektivs unterscheidet sich deshalb auch. Hier finden Sie Informationen zur Ausbildung zum Detektiv.

Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe

Für die weiterführende Qualifikation und die Reputation eines Kaufhausdetektiven ist es ratsam, Weiterbildungskurse zu besuchen und Fernkurse zu belegen, um Aufbauqualifikationen zu erlangen und das Wissen auf dem neuesten Stand zu halten. Hierbei hilft die ZAD und das Fortbildungsangebot der IHK.

Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe

In § 34 a GewO ist geregelt, dass die Erlaubniserteilung für die Ausübung eines Berufes im Bewachungsgewerbe unter anderem von der vorherigen Unterrichtung über rechtliche Vorschriften und einer bestandenen Sachkundeprüfung abhängt. Sogenannte Citystreifen oder Sicherheitswachten sowie auch Türsteher unterliegen der gleichen Regelung.

Ausgenommen davon sind Personen, die bestimmte Ausbildungsabschlüsse haben, zum Beispiel für den mittleren Polizeidienst, den mittleren Justizvollzugsdienst, den Bundesgrenzschutz etc. sowie Personen, die seit 1. Januar 2003 für mindestens 3 Jahre ununterbrochen im Bewachungsgewerbe tätig waren.

Die Sachkundeprüfung seitens der IHK dient der Unterrichtung, der im Bewachungsgewerbe tätigen Personen in rechtlichen Vorschriften sowie Pflichten und Befugnissen ihres Fachs und der praktischen Anwendung der selbigen. In der Sachkundeprüfung wird das Wissen um das Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung geprüft, was Gewerberecht und Datenschutzrecht mit einschließt.

Zudem wird das Wissen hinsichtlich der Inhalte des Bürgerlichen Gesetzbuches sowie des Straf- und Strafverfahrensrecht vertieft. Weitere Inhalte sind die Unfallverhütungsvorschriften, der Umgang mit Menschen, Verhalten in Gefahrensituationen, der Umgang mit Waffen, Techniken zur Deeskalation in Konfliktsituationen und Grundkenntnisse in der Sicherheitstechnik.

Ein paar Fakten zu der bevorstehenden Herausforderung:

  • Die Prüfung besteht aus zwei Teilen: Der schriftlichen Prüfung, die 120 Minuten dauert, und der mündlichen Prüfung, die 15 Minuten dauert, wobei erstere bestanden werden muss, um die zweite ablegen zu dürfen. Bei Nichtbestehen kann die Prüfung wiederholt werden.
  • Die Schwerpunkte der mündlichen Prüfung sind “Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich Gewerbe- und Datenschutzrecht” sowie “Umgang mit Menschen, insbesondere Verhalten in Gefahrensituationen und Deeskalationstechniken in Konfliktsituationen”. Weitere Informationen sind jederzeit auf der Seite der IHK Frankfurt am Main abrufbar.
  • Der Prüfungsort ist ebenfalls die IHK in Frankfurt am Main, Börsenplatz 4. Die Kosten für die Prüfung betragen im Moment 150,00 € und hängen von der momentan gültigen Fassung der Gebührenordnung der IHK ab.
  • Die Prüfung kostet 150,00 €, darüber hinaus gibt es Angebote für Vorbereitungskurse, diese sind jedoch nur bei Startschwierigkeiten notwendig.
  • Hie finden Sie eine IHK Niederlassung in Ihrer Nähe: http://www.ihk.de/#ihk-finder

Weitere Details

Sollten Sie eine Ausbildung zum Kaufhausdetektiv antreten wollen, finden Sie hier noch ein paar Hintergrundinformationen zur Anstellung, hinsichtlich dem zu erwartenden Lohn, Arbeitszeiten, Urlaub etc.

Je nach Bundesland und abhängig von der Existenz eines Tarifvertrags liegt der Stundenverrechnungssatz für einen Kaufhausdetektiv

  • bei einer freiberuflichen Anstellung (als Dienstleister) momentan bei ca. 15 bis 20 Euro.
  • Bei einem Angestelltenverhältnis liegt der Stundenlohn meist zwischen 7 bis 12 Euro
  • Es gibt natürlich Gehaltsunterschiede, die Höhe ist oft bedingt durch Erfahrung und Anstellungsort (Ost-West Gefälle)

Achtung: Bedenken Sie, dass die Arbeitszeit- & Urlaubsregeln nur für Arbeitnehmer gelten, also Berufstätige im Angestelltenverhältnis.

Arbeitszeit & Überstunden
  • Die Arbeitszeiten eines Kaufhausdetektivs hängen natürlich hauptsächlich von den Öffnungszeiten des Kaufhauses ab. Es ist aber eine Arbeitszeit von 40 bis 48 Stunden zu erwarten.
  • Eine Überstundenregelung sollte individuell mit dem Wachunternehmen, beziehungsweise mit dem Kaufhaus geklärt werden.
Urlaub
  • Das Bundesurlaubsgesetz regelt, dass jeder Arbeitnehmer Anspruch auf 20 Urlaubstage im Jahr hat (Bei einer 5-Tages-Woche; bei einer 6-Tage-Woche besteht Anspruch auf 24 Urlaubstage).
  • Es gelten weitere Regelungen bei Krankheit im Urlaub, Übertragung von Urlaub ins Folgejahr etc. (Details finden Sie bei www.gesetze-im-internet.de)

Der Kaufhausdetektiv nutzt, wenn er sich nicht persönlich in den Verkaufsräumen aufhält, die Überwachungskameras des Kaufhauses – wenn vorhanden. Mit den Kameras ist er in der Lage, den ganzen Bedienungs- und Verkaufsbereich im Auge zu behalten und eventuelle Straftäter ausfindig zu machen.

Arbeitet ein Team von Kaufhausdetektiven im entsprechenden Kaufhaus, so kann jener, der an den Monitoren eine auffällige Person entdeckt hat, per Funk einem zweiten Kaufhausdetektiv Bescheid geben und ihn so zum Standort des Verdächtigen lotsen beziehungsweise ihn beschreiben, sodass der zweite Mann an der Kasse auf den Verdächtigen warten kann.

Da von Ladendieben keine Bewaffnung zu erwarten ist, gehört Ausrüstung zur Selbstverteidigung (Pfefferspray, Schlagstock, Handschellen/Kabelbinder, etc.) nicht zum Standard-Equipment eines Kaufhausdetektivs. Er sollte eher auf eine gute körperliche Verfassung, genügend Menschenkenntnis und eventuell über Techniken einer Selbstverteidigungs- und/oder Kampfsportart verfügen.

Bewaffnetes Personal sollte eher von einer Sicherheitsfirma kommen und nicht zu normalen Geschäftszeiten eingesetzt werden, schon gar nicht im Verkaufsraum. Dies könnte die Kunden nur unnötig verunsichern.